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29.03.2026

Umfrage 2025 zur Barrierefreiheit in Biesenthal

Barrierefreiheit ist weit mehr als ein bauliches Detail – sie ist eine Voraussetzung für Würde, Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe.

Die aktuelle Bürgerumfrage zeigt deutlich, wie wichtig dieses Thema für Betroffene ist und wo angepackt werden muss. Die Befragten fühlen sich in ihrem Wohnumfeld wohl. Es werden besonders die positiven Strukturen im Bildungsbereich mit engagierten pädagogischen Teams und einem verlässlichen Unterstützungsumfeld gelobt. Diese gute Basis sollte als Vorbild für andere Bereiche dienen. Gleichzeitig wurde in der Umfrage sichtbar, dass besonders im Bereich Mobilität großer Handlungsbedarf besteht. Unsichere Straßenübergänge (z. B. Kreuzungsbereich Bahnhofstr./Eberswalder Chaussee), schwer zugängliche Wege, die Ampel an der Plottkeallee ohne akustisches Signal und eine unzureichende ÖPNV-Anbindung erschweren vielen Menschen den Alltag. Diese Barrieren sind mehr als nur Stolpersteine – sie beeinträchtigen die Selbstständigkeit, die soziale Teilhabe und die Lebensqualität. Auch bei der gesellschaftlichen Teilhabe zeigt sich Verbesserungsbedarf. Öffentliche Orte und Veranstaltungen sind noch nicht für alle Menschen erreichbar. Wer Orte nicht betreten kann, kann auch nicht teilhaben – weder kulturell, sportlich noch sozial. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage betrifft die Sichtbarkeit von Unterstützungsangeboten. Es existieren Angebote. Diese werden jedoch nicht ausreichend gefunden oder wahrgenommen. Es muss an Informationswegen, Anlaufstellen und verständlicher Kommunikation gearbeitet werden. Die Ergebnisse der Umfrage sollten genutzt werden, um Barrieren gezielt abzubauen und Teilhabe in allen Bereichen zu stärken. Dazu gehören: sichere und barrierefreie Wege, verlässliche Übergänge im Straßenraum, inklusive Freizeitangebote, besser erreichbare öffentliche Orte sowie sichtbare und leicht zugängliche Unterstützungsstrukturen. Barrierefreiheit kommt allen zugute – älteren Menschen, Familien mit Kinderwagen und Menschen mit Behinderung.

Damit wir die Fortschritte nicht nur spüren, sondern auch messbar machen können, möchte ich die Umfrage in drei Jahren erneut durchführen – als sichtbares Zeichen dafür, dass Barrierefreiheit in Biesenthal ein Entwicklungsprozess ist, den wir gemeinsam gestalten.

Ich bedanke mich bei allen, die an der Umfrage teilgenommen haben. Ihre Hinweise sind Ansporn und Auftrag zugleich. Detaillierte Ergebnisse können Sie hier einsehen.

Andrea Luplow
Behindertenbeauftragte der Stadt Biesenthal